9. Juni 2010
Die Badener Wand
ist wieder vollständig frei.
Die AGW bittet noch um Rücksicht und Ruhe beim Klettern,
da die Jungvögel die Felsen noch benötigen.
Wir bedanken uns bei Euch für die Rücksicht beim Klettern, die den heurigen Bruterfolg ermöglicht hat.
9. Juni 2010
Kletterführer Schwarzwald
Rock erschienen.
Weitere Angaben
Auszeichnung für Arbeitskreis Battert. Das Kuratorium Sport und Natur hat einen Anerkennungspreis verliehen. Mehr …
Die Battertfelsen liegen unmittelbar nördlich von Baden-Baden. (Siehe Karte.) Die Felsen bestehen aus Porphyr und sind etwa 15 bis 55 Meter hoch. Nicht immer sind die Griffe und Tritte in den Routen zuverlässig. Vorsicht ist angesagt, und wegen der eher sparsamen Absicherung mit Bohrhaken eine vollständige Ausrüstung mit Friends oder Klemmkeilen notwendig.
An den Felsen kann fast das ganze Jahr über geklettert werden. Im Sommer kann es allerdings sehr heiß werden.
Der nächste Zeltplatz ist in Rauental bei Rastatt. Ruhiger sind die Zeltplätze in Bad Herrenalb – Tel. (0 70 83) 22 16 – und in Waldprechtsweier bei Malsch – Tel. (0 72 46) 14 67. Eine Jugendherberge gibt es in Baden-Baden.
Erhältlich
Zusätzlich beschreibt der Führer die Kletterfelsen im nördlichen Schwarzwald. (Diese Felsen sind auf einer eigenen Seite angegeben.)
The Bergwacht (Ortsgruppe Baden-Baden) unterhält auf der Falkenwand im mittleren Teil des Batterts eine Rettungsstation, die Bergwachthütte. Sie ist an Sonn- und Feiertagen besetzt.
Dort befindet sich auch eine Notrufsäule.
Weiters kann die Bergrettung telefonisch gerufen werden. Telefonzellen gibt es am alten Schloß und in Ebersteinburg. Telefonnummer: 19 222.
Über die Anzahl der Routen und ihre Verteilung auf die einzelnen Schwierigkeitsgrade gibt die Tabelle einen Überblick.
| Schwierigkeit | Routenzahl |
| II | 9 |
| III | 33 |
| IV | 96 |
| V | 98 |
| VI | 79 |
| VII | 62 |
| VIII | 14 |
| IX | 3 |
Am Battert gibt es für fast jede Klettertechnik eine reichliche Auswahl von Routen: Wandklettereien, Risse, Dächer, Piazstellen. In vielen von ihnen gilt die angegebene Schwierigkeit vom ersten bis zum letzten Meter.
Einmal hat ein Freund von mir, er kam von auswärts, gesagt: „Ich habe nie so steile Wände und so wenig Haken gesehen.“
Damit ist alles über die berüchtigte Hakenarmut des Batterts gesagt. Freilich sind die meisten leichten Routen, aber auch die extrem schweren heute mit Bühlerhaken abgesichtert. Einen Satz Klemmkeile und Friends sollte man immer dabei haben. Zum einen weil bisweilen die Hakenabstände immer noch aufs Gemüt drücken, zum andern weil man auch in vielbegangenen Routen immer noch Uralthaken antrifft.
Predigtstuhl Westwand (mehrere Klettereien II bis IV) Bismarckgrat (III+, eine lange Route mit überraschend vielfältigen Kletterstellen), Kuhweg (II) Villnößer Nadel (Normalweg III), Drei Halten (Überschreitung III+, Gratfensterweg II, Westwandschlucht III+), Kuhkamin (III)
Schmittkamin (IV), Lohmüllerkamin(IV+), Schusterkamin (IV), Delagokamin (IV), Marterkamin (V- im linken, IV+ im rechten Teil)
Blockgrat (IV+, wie überwindet man den Spalt zwischen dem Türmchen und der Wand?), Bockgrat (IV+), Schleierkante(V, am Einstieg etwas brüchig.)
Hallweg (IV+, wo sind am Quergang die Griffe?), Rauscherriß (V+), Weg der Freundschaft (VI-, stellenweise brüchig, eine klassische Kletterei), Neue Falkenwand (VII-/VI-A0, wo ist der Griff im Dach?), Neue Badener Wand (VI+), Durlacher Wandl (V, wieviel Reibung geben die Schuhsohlen her), Villnößer Nadel (Nordwand IV), Graue Wand (IV-, gut griffig aber brüchig), Pfundiges Wandl (IV-,), Altweiberweg (VI), Wespenkante (V), Bismarck-Westwand (VI+), Berglerwand (Neue Ostwand VI-), Disgrazia Ostwand (IV+, wo sind am Quergang die Griffe?), Hallkante (IV+), Trixwandl (VII-), Dülferweg (VII-), Weg der Entspannung (VIII+, kraftraubend), Bismarckdach (VIII-, ein Dach, daß auch an heißen Sommertagen geklettert werden kann), Badnerdach (VII), Buschverschneidung IV+ (am Einstieg eine Stelle V+.) Fledermauspfeiler (VI), Schiefer Riß (IV-), Kühnkante (VII-, Auch Reinhard Karl war da), Bismarck-Ostwand (VIII+), Blockgrat- Südostverschneidung (VII-), Klappstuhl am Paradies (VIII+)
Etwa 1885 entdeckte Wilhelm Paulcke – später wurde er berühmt wegen seiner Lawinenforschung und der ersten Durchquerung des Berner Oberlands mit Skiern – die ersten Kletterrouten am Battert. Kuhkamin und Marterkamin sind einige der wichtigsten, in dieser Zeit erstmals begangenen Klettereien. Der Bockgrat wurde 1905 von einem Alleingänger erstbegangen. Die zweite Begehung dieser Route geschah erst 1925. In diesem Jahr tauchte auch Walter Stößer am Battert auf. Er entdeckte den Alten Pforzheimer Weg (IV+), aber die Route darf nicht unterschätzt werden: Am Ausstieg wartet ein Hangelquergang. Auch der Neue Pforzheimer Weg (VI) und die Wespenkante sind Routen von Walter Stößer. Eine der ersten Kletterreien, die Martin Schliessler entdeckte, war die Neue Falkenwand (1945). Die Südostverschneidung, die er zusammen mit Kurt Jägel erstmals kletterte, wird heute als VII– eingestuft.) Reinhard Karl schreibt in seinem Buch „Zeit zum Atmen“, er habe am Battert das Klettern gelernt. Zusammen mit Hermann Kühn beging er die Kühnkante (VI+). In den letzen 20 Jahren wurden eine Reihe von Routen der Schwierigkeit VII und mehr entdeckt, aber auch schöne Klettereien in den unteren Schwierigkeitsgraden.
Wir bewegen uns am Battert in einem Gebiet, in dem einige seltene Pflanzen ihren Standort haben. Auch andere sollten die Gelegenheit haben, die Felsen so kennenzulernen, wie wir sie erleben können.
Deshalb die Bitte an alle: Behandelt Felsen, Tiere und Pflanzen (einschließlich der Flechten) so, als gehörten sie Euch. Auch Magnesia sollte nicht benutzt werden.
Am Battert als Naturschutzgebiet sind die anschliessend angegebenen Regeln, da behördliche Vorschriften, unbedingt einzuhalten.
Der Arbeitskreis Battert hat für die wichtigsten Felsen Abseilpisten angelegt, die zu den Einstiegen führen. Bitte benutzt sie.
Hier gibt es das Vorwort von Martin Schliessler für den alten Führer von Rolf Gundermann.
Bis jetzt habe ich es nur geschafft einige wenige von meinen Schwarzweißbildern einzuscannen.
Literatur
Außerdem ist der Battert in einem Artikel von Rolf Gundermann im Rotpunkt recht ausführlich beschrieben. (Ich muß das Heft noch suchen.)
[ Arbeitskreis Battert | Klettern im Nordschwarzwald | Arbeitskreis Klettern und Naturschutz im Nordschwarzwald ]
Letzte Änderung: 9. Juni 2010
URL: i10www.ira.uka.de/kaeufl/DAV/Kl-Gebiete/NSW/Battert-d.html